Die Hochwasserkatastrophe

Hochwasser in der Lippstädter Marktstraße

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Nach außergewöhnlich nassen Frühjahrs- und Sommermonaten gingen in den Morgenstunden des 16. Juli 1965,einem Freitag, langanhaltende Wolkenbrüche nieder. Davon waren neben der Paderborner Hochfläche auch die Warburger Börde und Teile Nordhessens betroffen. Da von den vollständig durchtränkten Böden kein Wasser mehr aufgenommen werden konnte, mussten die Niederschläge oberflächlich abfließen, was zu einem explosionsartigen Anschwellen der Wasserläufe, zu Dammbrüchen und zu Flutwellen von mehreren Metern Höhe führte. Dörfer und Städte entlang der Lippe und ihrer Nebenflüsse wurden überflutet.


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Tausende Helfer aus Militär und zivilen Organisationen kamen zum Einsatz. Allerdings fanden die Hilfsaktionen ohne echte Koordinierung statt; dadurch waren vermeidbare Opfer und Schäden zu beklagen. In Paderborn lag der Abfluss am Pegel der Pader bei fast dem zehnfachen des mittleren Abflusses. Dies führte zu großflächigen Überflutungen im Paderborner Stadtgebiet. Am frühen Abend hatte die Hochwasserwelle Schloß Neuhaus und damit die Lippe erreicht. Zwei Menschen verloren durch die Wassermassen in Schloß Neuhaus ihr Leben. Auch an der Altenau und der Alme hatte das Hochwasserereignis katastrophale Auswirkungen. Besonders dramatische Szenen spielten sich in Etteln ab. Dort ertranken die vier Kinder und die Großmutter einer Familie.


Die Lippstädter Marktstraße am 17. Juli 1965

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Von all dem hatte man in Lippstadt wegen des Ausfalls des Kommunikationssystems kaum etwas mitbekommen. Erst am folgenden Tag, Samstag, 17. Juli, wurde um 13.30 Uhr Katastrophenalarm ausgelöst. Gegen 14.30 Uhr brach der Hochwasserdeich in Lipperode. Der Ort wurde bis zu 1,50 m hoch überflutet.


Lippstadt

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Um 16.00 Uhr standen weite Teile der Lippstädter Innenstadt unter Wasser. Ca. 9 Millionen Kubikmeter Wasser, davon ca. 3 Millionen im Stadtbereich, waren ausgeufert. Der geschätzte Schaden im oberen Lippegebiet bis einschließlich Lippstadt belief sich auf 80 bis 400 Millionen DM.

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Lippstadt – Lipperode

Hochwassermodell HO von Wolfgang Zylka

Wolfgang Zylka erstellte 1985 ein Hochwasser-Diorama: Dammbruch und Überlauf der Lippe in HO, etwa so wie Juli 1965 in Lippstadt, welches ich selber miterlebt habe.
Hier gibt es ein Video aus derPräsentation des Dioramas in der  Ausstellung am 9.6.2013 im Lippstädter Rathaus.