Grenze

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Der Flusslauf der Lippe ist auf zahlreichen historischen Karten dargestellt worden. Neben der geografischen Orientierung waren es die politischen und kirchlichen Grenzen, die durch diese Karten dokumentiert wurden. Flüsse spielten hier eine bedeutende Rolle. Sie dienten als natürliche Grenzverläufe. Im Mittelalter bildete die Lippe die politisch überaus wichtige Grenze zwischen dem Erzbistum Köln (Vest Recklinghausen, Herzogtum Westfalen) bzw. der Grafschaft Mark südlich der Lippe und dem Fürstbistum Münster nördlich der Lippe. Sie geht im Prinzip schon auf die Gründung des Bistums Münster im Jahr 805 zurück.

Zur Zeit Karls des Großen und später bildete die Lippe die Grenze zwischen den Verwaltungseinheiten Dreingau (nördlich) und Brukterergau (südlich der Lippe), die jeweils unter der Verwaltung eines Grafen standen. In der Hansezeit bildete die Lippe eine äußerst wichtige Grenzlinie für die Organisation der Hanse, nämlich die Grenze der Einzugsbereiche der Oberhöfe Dortmund und Soest zum Einzugsbereich des Oberhofes Münster. 1923 war die Lippe die Nordgrenze der Ruhrbesetzung durch die Franzosen. Heute ist die Lippe in vielen Fällen die Grenze zwischen Städten bzw. Kreisen.

In der Volkskunde ist die Lippe als wichtige Dialektgrenze bekannt. Sie ist eine fest im Bewusstsein der Menschen verankerte Sprachgrenze, die das münsterländische vom südwestfälischen Plattdeutsch trennt.

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