Kultstätte

Gorgeneion, angeblich in der Pader gefunden, Altertumsverein Paderborn

P1080018

In vielen Religionen der Welt haben Flüsse als Kultplatz oder Ort ritueller Reinigung große Bedeutung. Aus archäologischer Sicht ist belegt, dass Gewässer auch in unserer Region als Opferstätten angesehen worden sind. Gewässeropfer lassen sich von der Jungsteinzeit an nachweisen. Die geopferten Objekte sind häufig von hervorragender Qualität und im regionalen Zusammenhang der Fundstelle besonders wertvoll, selten bzw. aus fremden Gegenden importiert. Neben dem materiellen Wert dieser Stücke werden sie auch einen ideellen Wert für die gebende Gemeinschaft besessen haben.


Menschenschädel

FEU8121

In der Lippe sind außergewöhnliche Objekte wie Äxte und eine Lanzenspitze aus der Bronzezeit sowie Hirschgeweihäxte und Menschenschädel aus der Jungsteinzeit gefunden worden. Sie sind mit hoher Wahrscheinlichkeit als Opfergaben in den Fluss gelangt. Aus einem der Quellbecken der Pader in Paderborn sollen zwei sogenannte Gorgoneia, Bronzescheiben mit dem Gesicht der antiken Sagengestalt Gorgo-Medusa stammen. Sie sind etruskischer Herkunft, datieren in die Zeit um 700 v. Chr. und stellen deutschlandweit absolute Raritäten dar. Später, in christlicher Zeit kamen keine Gewässeropfer mehr vor; es ranken sich allerdings bis heute unzählige Sagen und Mythen um die Lippe und auch in Heiligenlegenden spielt sie eine Rolle.

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