Römerlager Anreppen

Funde aus der Römerzeit

Funde aus der Römerzeit

So benötigte eine Legion von 5.500 Mann im Jahr allein knapp 2.000 Tonnen Weizen. Hinzu kommen Luxusgüter für die Offiziere und Soldaten, z. B. griechischer Wein, spanische Fischsauce und Olivenöl, Geschirr aus Italien und Franreich. Für den Transport nutzten die Römer Prahme, länglich viereckige Lastkähne, die auch in flachem Fahrwasser bis zu 80 Tonnen tragen konnten, jedenfalls bis zum Lager Haltern.

Die Römerlager von Dorsten-Holsterhausen, Haltern, Olfen, Bergkamen-Oberaden mit dem Uferkastell Lünen-Beckinghausen und Delbrück-Anreppen aus der Zeit zwischen 11 vor und 9 nach Christus liegen direkt an der Lippe. Sie wurden überwiegend auf dem Wasserweg versorgt. Der Bedarf war gigantisch.


Modell römischer Lastkrähne

Modell römischer Lastkrähne

Dort musste dann auf kleinere Kähne umgeladen werden. Zum Schutz der Transporte patrouillierten kleine Kriegsschiffe auf der Lippe, die rund 16 Meter lang waren und von Soldaten gerudert wurden. Der wohl bekannteste Römer auf der Lippe war Tiberius, der spätere Kaiser. Er war Feldherr in Germanien, bis er 6 nach Christus von Varus abgelöst wurde, und dürfte in Anreppen residiert haben.

Das rund 23 Hektar große Lager verfügte über zahlreiche Magazinbauten und wird auch als Nachschubbasis für noch weiter östlich operierende Truppen gedient haben. Tacitus berichtet, dass Jahrzehnte nach der Varusschlacht noch einmal ein Römerschiff die Lippe befuhr: Das Flaggschiff der Rheinflotte, vermutlich im Jahr 70 bei Xanten gekapert, wurde von Germanen lippeaufwärts geschleppt und der Priesterin Veleda zum Geschenk gemacht.

 

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