Urgeschichtlicher Lebensraum

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Flüsse gehören zu den deutlichsten Spuren der Eiszeit. Am Ende der Kälteperioden schmolzen die Gletscher und riesige Wassermassen mussten abfließen. Naturgemäß sind die Spuren der letzten Kaltzeit, der Weichsel-Kaltzeit, die bis ca. 11.000 v. Chr. dauerte, am besten erhalten. Zu ihnen gehört auch die Lippe. Hier findet man daher immer wieder Reste eiszeitlicher Tiere wie Mammut, Wollhaarnashorn oder Riesenhirsch. Der Fluss nahm im Lebensraum der eiszeitlichen Tiere und der altsteinzeitlichen Menschen, die als Jäger und Sammler lebten, eine wichtige Rolle ein. Das Erscheinungsbild muss man sich völlig anders vorstellen als heute, als kilometerbreite Ebene mit mehreren Flussarmen.


Faustkeil aus der Lippe bei Schermbeck-Bricht, Sammlung Günter Salomon

2015.04.23-678

An verschiedenen Stellen ist man in Kiesgruben oder bei Tiefentsandungen auf Werkzeuge des Neandertalers gestoßen, der offenbar an der Lippe seine Lagerplätze hatte. In den Baggerseen von Lippstadt-Niederdedinghausen wurden einige Steingeräte mit messerartiger Schneide zutage gefördert, die in die Zeit zwischen ca. 80.000 und 50.000 Jahre vor heute datiert werden. Hervorzuheben ist eine Mammutrippe mit künstlichen Einkerbungen. Mit rund 100.000 Jahren noch etwas älter ist das Bruchstück einer Klinge aus Feuerstein, das in der Baugrube für den Kühlturm eines Steinkohlekraftwerkes an der Lippe in Hamm-Uentrop geborgen wurde.

Ein besonders schönes Beispiel für ein altsteinzeitliches Artefakt ist ein Faustkeil aus der Lippe zwischen Schermbeck und Hünxe. Er gehört zu einer gut 50.000 Jahre alten Variante.

 

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